Grabkerzen als Beutenheizung

Im Oktober 2016 zeigte sich in der Gemüllkontrolle mehrerer unserer Völker ein Milbenfall von mehr als einem dieser Plagegeister pro Tag.  Trotz zweimaliger Langzeitbehandlung zwischen den Auffütterungen. Eventuell war das nasskalte Wetter der Grund, warum die verdunstete Säure nicht die erhoffte, ausreichende Wirkung erzielte. Eine weitere Behandlung war also dringend geboten, die vorherrschenden Temperaturen und der Regen waren jedoch keine idealen Voraussetzungen für einen guten Behandlungserfolg. Wie konnten wir die Varroabelastung unserer Bienen senken, um sie wohlbehalten über den Winter zu bringen? Der Gedanke, im Frühjahr in leere Zargen zu schauen und von über die Oberträger spazierenden Milben begrüßt zu werden, ließ uns keine Ruhe.

 

Regen, 10 Grad

Eine Recherche im Internet ließ uns auf die Methode mit der Grabkerze in einer aufgesetzten leeren Zarge aufmerksam werden. Damit sollte die Temperatur in der Beute um das richtige Maß angehoben werden können, um eine wirksame Verdunstung zu erreichen. Daß das Ziel erreicht wurde, zeigt die Aufnahme des Thermometers. Bei ca. 10 Grad Außentemperatur herrschten in der Beute ca. 20 Grad.


In alle unserer damals vier Völker stellten wir also eine Grabkerze auf einer kleine Fliese auf die Oberträger der Rähmchen und einen Verdunster mit Ameisensäure. In den zwei Wochen nach der Behandlung fielen nochmals zahlreiche Milben, so lohnte sich die Tortur für die Bienen. Im Frühjahr 2016, in dem nicht wenige Imker, teils viele, teils auch alle Völker verloren hatten, konnten wir alle vier Völker auswintern und uns an ihrer guten Entwicklung freuen. Vielleicht lag es an der verringerten Anzahl an Milben.

 

Deckel aufsetzen!

 

Hier noch einige Tips zur erfolgreichen Durchführung:

 

Regelmäßig kontrollieren, ob die Kerze noch brennt. Gerade am Anfang gehen die Grabkerzen oft aus. Ist das Wachs erst einmal bis in eine Tiefe von ca. einem cm geschmolzen, brennt die Kerze normalerweise stabil.

 

Eine Fliese, ein Metallwinkel oder ein ähnlicher Gegenstand unter der Kerze verhindert ein Durchbrennen des Bodens des Kerzenbechers, so daß die Rähmchen kein Feuer fangen.

 

Der Metalldeckel muß unbedingt auf die Kerze und seine Öffnungen müssen mit Draht oder Metallgitter verkleinert werden. Sonst gelangen Bienen beim Erkunden der Licht- und Wärmequelle in den Kerzenbecher und könnten die Flamme ersticken.

 

Als Metallgitter diente uns ein ausgedientes Varroabodengitter, von dem wir einen Streifen mit der Blechschere abtrennten.


Eigene Verantwortung

Bei uns hat keine einzige Beute durch die brennenden Kerzen Schaden genommen, dennoch muß ich darauf hinweisen, daß ich keine Haftung übernehme und jeder, der unserem Vorgehen folgt, auf eigene Gefahr und Verantwortung handelt.

 

Matthias Hackbart

 

Nächste Termine:

 

Zur Zeit sind nur die Instandhaltungsarbeiten am Lehrbienenstand im April geplant.

Ansonsten gilt:

 

alle Termine bis auf weiteres müssen leider storniert werden. Die Treffen ab Oktober verbleiben vorerst im Kalender.

 

Corona zerschlug die Hoffnung, am 17.4. mit dem Kurs beginnen zu können. Derzeit wird von den Teilnehmern des Imkerkurses abgestimmt, wie mit dem Kurs weiter verfahren werden soll. Alle wurden per What's App oder/ und e-mail angeschrieben.

 

 

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